Die Orange Days am 25.11. machen weltweit sichtbar, was viele Frauen täglich erleben: Gewalt. Oft reden wir über Partnerschaften oder Familie. Dabei passiert ein großer Teil davon genau dort, wo wir die meiste Zeit verbringen: bei der Arbeit. Dort ist Gewalt selten laut. Sie ist subtiler, aber nicht weniger schädlich. Die Frage ist nicht, ob Gewalt sichtbar ist, sondern ob Unternehmen bereit sind, hinzusehen.

Wie Gewalt im Arbeitsalltag aussieht
Bei Gewalt denken viele an körperliche Übergriffe. Im Job läuft das anders. Grenzüberschreitungen kommen oft schleichend.
Typische Beispiele sind:
- psychischer Druck durch Führung oder Strukturen
- abwertende Kommentare in Meetings oder Chats
- subtile Ausgrenzung
- sexistische Sprüche
- manipulative Zielvereinbarungen
- strategische Benachteiligung bei Projekten oder Beförderungen
Diese Formen sind schwer messbar, aber sie zerstören Vertrauen, Mindset und Performance.
Warum ein sicheres Umfeld heute entscheidend ist
Menschen wollen dort arbeiten, wo sie respektiert werden. Das ist kein „Nice to have“, sondern Basis für gute Zusammenarbeit. Wo Sicherheit fehlt, gehen Menschen. Wo sie gegeben ist, bleiben sie, bringen Ideen ein und wachsen.
Die Rolle von Grafton im Recruiting und darüber hinaus
Wir arbeiten mit echten Geschichten, nicht nur Lebensläufen. Viele Menschen teilen mit uns, was sie erlebt haben. Genau daraus entsteht Verantwortung.
Grafton steht für einen Blick, der weitergeht als das reine Matching:
Wir schauen auf das Umfeld.
Im Recruiting achten wir darauf, wie ein Team miteinander umgeht und wie Führung gelebt wird.
Wir hören wirklich zu
Wenn jemand erzählt, dass etwas nicht stimmt, reagieren wir. Entweder im Gespräch mit dem Unternehmen oder indem wir Alternativen finden.
Wir reden nichts schön.
Wir sagen offen, wie es in einem Unternehmen läuft und was Bewerbende erwarten können.
Wir bleiben dran.
Auch nach dem Start halten wir Kontakt und schauen, ob alles gut läuft oder ob sich Spannungen zeigen.
Wir beraten Unternehmen.
Wir unterstützen Teams, die hinschauen wollen und bereit sind, Dinge zu verändern.

Was Unternehmen tun können, um Sicherheit zu stärken
Viele Schritte lassen sich sofort starten:
- klare Regeln gegen Grenzüberschreitungen
- interne Meldewege ohne Angst vor Konsequenzen
- Awareness-Trainings für Führungskräfte
- konsequente Reaktion auf erste Vorfälle
- regelmäßige Kultur- und Team-Reviews
- regelmäßige Gespräche über Kultur, Miteinander und Rollen
- offene Kommunikation statt Flurfunk
Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen.
Warum der 25.11. ein Moment zum Hinsehen ist
Die Orange Days erinnern uns daran, dass Gewalt nicht immer blaue Flecken hinterlässt. Besonders im Büro werden Frauen oft durch subtile Mechanismen verletzt, ausgebremst oder eingeschüchtert.
Der Tag stellt ein paar unbequeme, aber notwendige Fragen:
- Wie sicher fühlen sich Menschen bei uns wirklich?
- Reagieren wir konsequent genug, wenn Grenzen überschritten werden?
- Und schaffen wir ein Umfeld, in dem niemand Angst haben muss, zur Arbeit zu gehen?
Der 25.11. ist kein Gedenktag zum Weiterklicken. Er ist ein Moment zum Innehalten. Ein „Wir müssen reden“-Moment. Und genau das sollten wir tun.











